Der Swiss Market Index (SMI) ist der wohl bekannteste Schweizer Aktienindex. Er umfasst die 20 grössten und liquidesten Schweizer Aktien und repräsentiert rund zwei Drittel der Marktkapitalisierung des Schweizer Aktienmarktes. Am 18. September steht die jährliche ordentliche Indexanpassung an. Diese ist in diesem Jahr umso bedeutender, da es zu einer grösseren Rotation kommt: Aus dem Index fallen der Telekomanbieter Swisscom, der seit seinem Börsengang 1998 Teil des Index war, und der Logistikexperte Kühne+Nagel. Neu in den SMI aufgenommen werden der Dermatologiespezialist Galderma sowie der Generikahersteller Sandoz.
Gesundheitswesen gewinnt an Bedeutung
Mit der Aufnahme von Galderma und Sandoz wächst das Gewicht des Gesundheitssektors im SMI weiter und damit auch die entsprechende Abhängigkeit des Schweizer Leitindexes. Bereits heute wird der Index stark von Healthcare geprägt: Roche, Novartis, Alcon und Lonza gehören zu den bestehenden Indexkomponenten aus dem Gesundheitsbereich. Während Roche und Novartis traditionell für die Schweizer Pharmaindustrie stehen, erweitern Galderma und Sandoz das Spektrum um Dermatologie, Generika und Biosimilars. Zusammen mit dem Augenheilkundespezialisten Alcon und dem Pharmazulieferer Lonza decken die sechs Unternehmen damit unterschiedliche Bereiche des Healthcare-Sektors ab.
Was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger?
Der SMI wird künftig noch stärker von der Entwicklung des Gesundheits-Sektors beeinflusst. Wer den Schweizer Aktienmarkt über den SMI abbildet, erhält damit zwar weiterhin ein breit abgestütztes Engagement in Schweizer Blue Chips, die sektorale Diversifikation nimmt jedoch ab. Das ist insofern relevant, als der SMI bereits heute stark konzentriert ist: Die drei Schwergewichte Novartis, Nestlé und Roche machen fast die Hälfte der Marktkapitalisierung des Index aus. Wie stark diese drei Titel die Performance des SMI prägen, wurde zuletzt mehrfach deutlich. Die schwache Entwicklung von Nestlé bremste den Index bereits in den Jahren 2023 und 2024. Vergangene Woche zeigte der Kursrückgang von Novartis um rund 10 % an einem einzigen Handelstag erneut eindrücklich, welchen Einfluss einzelne Schwergewichte auf den Gesamtindex haben können.
Die Umstellung eröffnet jedoch auch Chancen. Der starke Fokus lässt den SMI deutlich defensiver dastehen als andere Leitindizes weltweit und lockt mit einer ansprechenden Dividendenrendite von 3 %. Angesichts der erhöhten (geo-)politischen Unsicherheit erachten wir demnach gerade jetzt den Schweizer Markt als interessante Opportunität sowie als wertvolle Ergänzung zu den tech-lastigen US-Börsen. Wer hingegen eine breitere Abdeckung des Schweizer Aktienmarktes sucht, findet im SPI Extra Index (SPIEX) eine interessante Ergänzung zum SMI. Dieser breite Aktienindex bildet den Schweizer Aktienmarkt ohne die 20 grosskapitalisierten SMI-Werte ab. Der SPIEX ist darum zyklischer, aber gespickt mit zahlreichen, etablierten Nischenplayern, aus unterschiedlichen Branchen. Auch hier gilt: Schweizer Qualität bleibt Trumpf.
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