Finanzplanung

Ist die Einsetzung eines Willensvollstreckers sinnvoll?

Der Tod eines Angehörigen ist für die Hinterbliebenen vor allem emotional, aber auch administrativ sehr belastend. Nach der Trauerfeier steht die schwierige Aufteilung des Nachlasses an. Die Erben sind mit dieser Aufgabe oft überfordert – selbst wenn der Erblasser seinen Nachlass in einem Testament oder Erbvertrag geregelt hat.

Gera­de bei kom­ple­xen Ver­mö­gens- und Fami­li­en­ver­hält­nis­sen ist es sinn­voll, einen Wil­lens­voll­stre­cker in Betracht zu zie­hen. Er ist im Erb­pro­zess Ver­wal­ter und Ver­mitt­ler.

Welches sind die Aufgaben eines Willensvollstreckers?

Als tes­ta­ment­voll­stre­cken­de Per­son hat man die Auf­ga­be, den letz­ten Wil­len der ver­stor­be­nen Per­son umzu­set­zen. Dazu gehört in ers­ter Linie das Vor­neh­men der Erb­tei­lung gemäss den Anord­nun­gen des Erb­las­sers sowie unter Berück­sich­ti­gung der gesetz­li­chen Bestim­mun­gen. Bis es soweit ist, küm­mert sich der Wil­lens­voll­stre­cker eben­falls um die Ver­wal­tung des Nach­las­ses, dar­un­ter kann zum Bei­spiel die Ver­wal­tung des Ver­mö­gens, das Ein­trei­ben von Schul­den oder die Bewirt­schaf­tung einer Lie­gen­schaft fal­len.

Wann ist es ratsam, einen Willensvollstrecker einzusetzen?

Ohne Wil­lens­voll­stre­cker müss­te eine Erben­ge­mein­schaft jeden Ent­scheid gemein­sam fäl­len. Dadurch ver­zö­gern sich Pro­zes­se unter Umstän­den, weil ein ein­zel­ner Erbe die Erben­ge­mein­schaft mit sei­nem Veto hand­lungs­un­fä­hig machen kann. Häu­fig führt dies bei­spiels­wei­se zur Ver­nach­läs­si­gung der Ver­wal­tung des Ver­mö­gens. Eine beauf­trag­te Per­son kann hier sofort Mass­nah­men ergrei­fen und auch die Rol­le des Media­tors zwi­schen den Erben wahr­neh­men. Wir raten, bei kom­ple­xen Fami­li­en- und Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen unbe­dingt einen Wil­lens­voll­stre­cker ein­zu­set­zen.

Eine Erbteilung ist komplex

Die Erb­tei­lung wirft vie­le recht­li­che Fra­gen auf: Wer kann bei­spiels­wei­se über das Bank­gut­ha­ben ver­fü­gen? Wie sind Schen­kun­gen sowie Vor­sor­ge- und Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen, die der Ver­stor­be­ne bereits zu Leb­zei­ten über­tra­gen hat, in der Erb­tei­lung zu berück­sich­ti­gen? Wie muss die Lie­gen­schaft über­tra­gen wer­den? Bei Ehe­gat­ten kommt zusätz­lich die güter­recht­li­che Aus­ein­an­der­set­zung hin­zu. Auch sind steu­er­recht­li­che Kon­se­quen­zen bei einer Erb­tei­lung rele­vant. Ein pro­fes­sio­nel­ler Wil­lens­voll­stre­cker regelt die kom­ple­xen Fra­gen einer Erb­tei­lung und unter­stützt und ent­las­tet damit die Trau­er­fa­mi­lie.

Wie setzt man einen Willensvollstrecker ein?

Die Ein­set­zung eines Wil­lens­voll­stre­ckers muss im Tes­ta­ment oder im Erb­ver­trag fest­ge­hal­ten wer­den. Grund­sätz­lich kann jede (auch ein Mit­er­be), hand­lungs­fä­hi­ge natür­li­che oder juris­ti­sche Per­son die Rol­le des Tes­ta­ments­voll­stre­ckers über­neh­men. Wir raten auf­grund der kom­ple­xen Fra­ge­stel­lun­gen jedoch, eine unab­hän­gi­ge Per­son, die über das nöti­ge Fach­wis­sen ver­fügt, ein­zu­set­zen. Hat es der oder die Ver­stor­be­ne ver­säumt, zu Leb­zei­ten einen Wil­lens­voll­stre­cker zu ernen­nen, haben die Erben im Nach­hin­ein immer noch die Mög­lich­keit, gemein­sam einen soge­nann­ten Erben­ver­tre­ter zu bestim­men.

 

Bei Fra­gen zu die­sem The­ma ste­hen wir Ihnen ger­ne zur Ver­fü­gung.

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