Finanzplanung

Wer erhält im Todesfall die Vorsorgegelder?

Was passiert mit dem Vorsorgevermögen, wenn eine Person stirbt? Gelder aus der Vorsorge unterliegen nicht dem Erbrecht und deren Weitergabe ist je nach Vorsorgeart von Gesetzes wegen anders geregelt.

Leistungen aus der AHV

Erreicht eine Per­son das ordent­li­che AHV-Ren­ten­al­ter oder ent­schei­det sie sich für die Früh­pen­sio­nie­rung, dann wird die Ren­te ein­zig an sie sel­ber aus­be­zahlt. Stirbt die­se Per­son, so muss bei kin­der­lo­sen Ehe­gat­ten die Wit­we bzw. der Wit­wer min­des­tens 45-jäh­rig sein und die Ehe min­des­tens fünf Jah­re gedau­ert haben, um Anspruch auf eine Wit­wen­ren­te zu erhal­ten. Erfüllt der hin­ter­blie­be­ne Ehe­gat­te die obi­gen Vor­aus­set­zun­gen nicht, hat er Anspruch auf eine ein­ma­li­ge Abfin­dung in der Höhe von drei Jah­res­ren­ten. Sind Kin­der vor­han­den, so müs­sen für die Wit­wen­ren­te kei­ne wei­te­ren Vor­aus­set­zun­gen erfüllt sein.
Auch die Kin­der des Ver­stor­be­nen haben ein selb­stän­di­ges Recht auf eine Wai­sen­ren­te. Der Anspruch auf Wai­sen­ren­te erlischt mit Errei­chen der Voll­jäh­rig­keit, aus­ser wenn sich das Kind in Aus­bil­dung befin­det oder zu min­des­tens 70 % inva­lid ist. Dann wird die Wai­sen­ren­te bis maxi­mal zum Ende des 25. Lebens­jah­res aus­be­zahlt.
Die glei­che Rege­lung wie für Ehe­gat­ten gilt für ein­ge­tra­ge­ne Part­ner, jedoch nicht für Kon­ku­bi­nats­part­ner. Die­se haben kei­nen Anspruch auf Leis­tun­gen der AHV.

Leistungen aus der beruflichen Vorsorge

Ren­ten- und Kapi­tal­leis­tun­gen der beruf­li­chen Vor­sor­ge, die nach dem Tod der ver­si­cher­ten Per­son zur Aus­zah­lung gelan­gen, ste­hen den Begüns­tig­ten zu. Zu die­sem Kreis gehö­ren der über­le­ben­de Ehe­part­ner oder ein­ge­tra­ge­ne Part­ner sowie ren­ten­be­rech­tig­te Kin­der. Die Begüns­tig­ten­ord­nung ist abhän­gig von den regle­men­ta­ri­schen Bestim­mun­gen der Pen­si­ons­kas­se.

Eben­falls im Regle­ment steht, ob ein Kon­ku­bi­nats­part­ner über­haupt begüns­tigt wer­den kann. Als Kon­ku­bi­nats­part­ner gilt gemäss BVG eine Per­son, wel­che mit dem Ver­stor­be­nen wäh­rend der letz­ten fünf Jah­re bis zum Tod unun­ter­bro­chen eine Lebens­ge­mein­schaft geführt hat oder die für den Unter­halt eines oder meh­re­rer gemein­sa­mer Kin­der auf­kom­men muss. Nur wenn die­se Vor­aus­set­zung erfüllt und die Per­son bei der Pen­si­ons­kas­se ein­ge­tra­gen ist, hat sie Anspruch auf eine Leis­tung. Ein Tes­ta­ment reicht in die­sem Fall nicht aus.

Leistungen aus der Säule 3a

Die Säu­le 3a kennt eine kla­re Begüns­ti­gungs­ord­nung. Die­se sieht vor, dass das Säu­le 3a-Ver­mö­gen in ers­ter Linie an den Ehe­part­ner oder den ein­ge­tra­ge­nen Part­ner fliesst. Ist die­se Situa­ti­on nicht gege­ben, so geht das 3a-Ver­mö­gen an die direk­ten Nach­kom­men sowie an Per­so­nen, die vom Erb­las­ser in erheb­li­chem Mas­se unter­stützt wor­den sind. Fällt auch die­se Grup­pe von Per­so­nen weg, so kön­nen auch Eltern, Geschwis­ter oder ande­re Erben begüns­tigt wer­den. Das Vor­sor­ge­gut­ha­ben darf auch zwi­schen den Nach­kom­men und dem Kon­ku­bi­nats­part­ner nach frei­em Ermes­sen auf­ge­teilt wer­den. Wich­tig ist jedoch, dass zu Leb­zei­ten bestimmt wird, wer im Todes­fall die Säu­le 3a-Gel­der erhal­ten soll. Dies kann der Vor­sor­ge­ein­rich­tung jeder­zeit mit­ge­teilt und gege­be­nen­falls auch wie­der geän­dert wer­den.

Vorsorgevermögen sollte Teil der Nachlassplanung sein

Das Wei­ter­ge­ben von Gel­dern aus den drei Säu­len ist gesetz­lich gere­gelt und kann nicht mit einem Tes­ta­ment oder einem Erb­ver­trag geän­dert wer­den. Den­noch emp­feh­len wir, auch die Vor­sor­ge­gut­ha­ben in die Nach­lass­pla­nung ein­zu­schlies­sen. Denn die­se kön­nen erheb­lich sein und damit ande­re Ent­schei­de beein­flus­sen.

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