Finanzplanung

Von Frau zu Frau: Nachlassplanung und Willensvollstreckung

Mit den Themen Nachlassplanung und Willensvollstreckung startete Rahn+Bodmer Co. im März eine neue Serie von Gesprächsrunden, die sich vor allem an Frauen und ihre Bedürfnisse richtet. Moderiert werden die Anlässe von unseren Spezialistinnen zum Beispiel aus dem Bereich Steuern und Nachlassplanung sowie Kundenberatung.

Was ver­steht man über­haupt unter Nach­lass­pla­nung und wann ist der rich­ti­ge Zeit­punkt, um die­se anzu­ge­hen? Was wird sich mit dem Abschluss der Revi­si­on des Erb­rechts ändern? Nico­le Nuss­bau­mer, Lei­te­rin Steu­ern und Nach­lass­pla­nung, sowie Patri­cia Isner-Sig­rist, Kun­den­be­ra­te­rin, erläu­ter­ten Frau­en unter­schied­lichs­ten Alters,
was es beim The­ma Nach­lass­pla­nung alles zu beden­ken gibt und zeig­ten auf, wo das Gesetz Gestal­tung­spiel­raum zulässt.

Ausgangspunkt Ehegüterrecht

Bei Ehe­paa­ren ist das Ehe­gü­ter­recht Aus­gangs­punkt jeder Nach­lass­pla­nung. Bei­de Rechts­be­rei­che, das heisst sowohl das Ehe­gü­ter- als auch das Erbrecht, ver­tei­len das Ver­mö­gen im Erb­fall zwi­schen dem erst­versterben­den und dem über­le­ben­den Ehe­gat­ten. So hat das Ehe­gü­ter­recht ent­schei­den­de Aus­wir­kun­gen auf die Grös­se des Nach­las­ses und (nur!) was nicht im Rah­men der güter­recht­li­chen Auf­tei­lung an den über­le­ben­den Ehe­part­ner geht, gehört zum Erbe des Ver­stor­be­nen.

Das Gesetz lässt Gestaltungsspielraum zu

Nach Schwei­zer Recht gibt es erbrecht­lich zwei Gestal­tungs­in­tru­men­te: das ein­sei­ti­ge Tes­ta­ment und der bin­den­de Erb­ver­trag. Die rich­ti­ge Wahl ist abhän­gig von der zu regeln­den (Familien)-Konstellation, wobei die Aus­wir­kun­gen die­ser Instru­men­te sehr unter­schied­lich sind. Häu­fig ist die gesetz­li­che Erb­fol­ge, wenn also kei­ne ande­re Ver­ein­ba­rung getrof­fen wur­de, nicht ange­mes­sen oder sogar uner­wünscht. In der Bera­tungs­pra­xis erle­ben wir häu­fig, dass Ehe­paa­re mit gemein­sa­men Kin­dern einen soge­nann­ten Erb­ver­zichts­ver­trag wün­schen. Mit die­ser Mass­nah­me set­zen sich die Ehe­part­ner gegen­sei­tig als Allein­er­ben ein und ihre direk­ten Nach­kom­men ver­zich­ten beim Tod des Vaters oder der Mut­ter auf ihren Pflicht­teil. Auch bei Patch­work-Fami­li­en ist die Form des Erb­ver­trags als Absi­che­rung sehr beliebt.

Persönliche Situation ist entscheidend

Die EU-Erb­rechts­ver­ord­nung, die für Todes­fäl­le seit 17. August 2015 in Kraft ist, tan­giert unter gewis­sen Umstän­den auch die Nach­lass­pla­nung von in der Schweiz wohn­haf­ten Fami­li­en. Die Revi­si­on des Schwei­zer Erb­rechts wird zudem wei­te­re Fra­gen auf­wer­fen, aber auch neu­en Gestal­tungs­spiel­raum schaf­fen. Das The­ma Nach­lass­pla­nung ist sehr viel­fäl­tig, eine indi­vi­du­el­le Betrach­tung und Bera­tung ist in jedem Fall zu emp­feh­len.

 

Haben Sie Fra­gen zum The­ma Erbrecht? Ihr Kun­den­be­ra­ter­team von Rahn+Bodmer Co. unter­stützt Sie ger­ne.

notablog@rahnbodmer.ch

 


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