Der Begriff «Betongold» bezeichnet Immobilien als vermeintlich besonders sichere und wertstabile Anlageform. Die Bezeichnung spiegelt die verbreitete Wahrnehmung wider, dass Immobilien Schutz vor Inflation und Krisen bieten. Gleichzeitig kann sie jedoch irreführend sein, da auch Immobilien Risiken unterliegen und nicht gegen Wertschwankungen gefeit sind.
Charakteristika von Schweizer Immobilien
In der Schweiz zeichnen sich Immobilien durch ihren ausgeprägt langfristigen Charakter aus. Gleichzeitig weisen sie im Vergleich zu anderen Anlageklassen eine geringere Liquidität auf, da Kauf und Verkauf
zeitaufwendig und mit hohen Transaktionskosten verbunden sind. Zudem besteht häufig eine persönlich Bindung, insbesondere bei selbstgenutztem Wohneigentum, wodurch Entscheidungen nicht nur rational,
sondern auch emotionale geprägt sind.
Chancen von Immobilien
Als Anlageklasse bieten Immobilien attraktive Chancen, insbesondere durch ihren hohen Substanzwert, der eine gewisse Werthaltigkeit und Sicherheit vermittelt. Über längere Zeiträume zeichnen sie sich zudem durch eine vergleichsweise hohe Stabilität aus, da Preisschwankungen in der Regel weniger stark ausfallen als bei volatilen Alternativen wie Aktien. Begrenztes Bauland, Zuwanderung, höherer Wohnflächenbedarf pro Person und eine stabile Wirtschaft sorgen für anhaltende Nachfrage. Darüber hinaus können Immobilien einen potenziellen Schutz vor Inflation bieten, da sowohl Mieten als auch Immobilienwerte tendenziell mit dem allgemeinen Preisniveau steigen. Bei Renditeobjekten kommen zusätzlich laufende Erträge in Form von Mieteinnahmen hinzu, die eine kontinuierliche Einkommensquelle darstellen können. Immobilien korrelieren historisch gering mit Aktienmärkten. Sie wirken damit stabilisierend in gemischten Portfolios.
Risiken von Immobilien
Immobilien sind auch mit Risiken verbunden. Ein wesentliches Risiko stellt das sogenannte Klumpenrisiko dar, insbesondere, wenn ein grosser Teil des Vermögens in einzelne Objekte oder in den Immobiliensektor investiert ist. Zudem ist die geringe Liquidität zu beachten, da Immobilien nicht kurzfristig veräussert werden können. Regulatorische Einflüsse, wie Änderungen im Mietrecht oder steuerliche Anpassungen,
können die Rentabilität zusätzlich beeinflussen. Darüber hinaus besteht eine starke Abhängigkeit von lokalen Märkten, da die Wertentwicklung einer Immobilie wesentlich von der jeweiligen Region, der wirtschaftlichen Lage und der Nachfrage vor Ort bestimmt wird. Auch bei Immobilien sind deutliche Preiskorrekturen nicht auszuschliessen. Dies belegt die Schweizer Immobilienkrise in den frühen 1990er-Jahren.
Bedeutung innerhalb der Vermögensallokation
Als Anlage sollten Immobilien nicht isoliert betrachtet werden, sondern immer im Kontext des gesamten Vermögens. Entscheidend ist dabei zunächst, wie hoch der Anteil von Immobilien am Gesamtportfolio ist, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Ausserdem gilt es zu prüfen, welche Rolle die Immobilien im Portfolio erfüllen: Dienen sie primär der Wertstabilität, als laufende Ertragsquelle oder als Inflationsschutz?Schliesslich ist die Frage relevant, wie Immobilien andere Anlageklassen ergänzen: In Kombination
mit beweglichen Vermögenswerten wie Aktien oder Anleihen können sie zur Diversifikation beitragen und die Schwankungen des Gesamtportfolios abmildern, da Immobilienpreise oft weniger volatil reagieren
als Finanzmärkte und zudem mit diesen weniger korrelieren. Da diese Aspekte stark von Faktoren wie dem Anlagehorizont, dem Liquiditätsbedarf, der steuerlichen Situation und der Risikobereitschaft abhängen, lässt sich ihre optimale Gewichtung nicht pauschal bestimmen, sondern sie ergibt sich
aus der individuellen Gesamtsituation.
Immobilienfonds als einfache Alternative
Eine beliebte Alternative zu direkten Investitionen sind Immobilienfonds. Sie unterliegen höheren Preisschwankungen, haben dabei jedoch auch diverse Vorteile. Beispielsweise werden die Erträge und das
Vermögen oftmals steuerlich privilegiert behandelt. Die Diversifikation ist ein weiterer grosser Vorteil gegenüber einem Direktinvestment. Der Fonds investiert in eine Vielzahl von Immobilien über verschiedene Regionen und Segmente. Die meisten Schweizer Immobilienfonds sind kotiert
und bieten via Börse höhere Liquidität, sodass diese Fonds innert weniger Arbeitstage liquidiert werden können. Der Verkauf eines Direktinvestments benötigt in der Regel mehrere Monate, bis er vollständig abgewickelt ist. Unser «Mandat Immobilien Schweiz» bietet eine spannende Möglichkeit. Durch den Einsatz von diversifizierten Immobilienfonds mit Direktbesitz ist dieses Mandat eine steuergünstige Alternative zu eigenen Immobilien.
Fazit
Immobilien können ein stabilisierender Bestandteil eines Portfolios sein. Entscheidend ist jedoch ihre Einbettung in die gesamte Vermögensstruktur. Ob direkte Immobilien oder Immobilienfonds die richtige
Wahl sind, hängt von individuellen Präferenzen und auch der persönlichen (Wohn-)Situation ab.
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