Was sollte ein Unternehmer für die Nachfolgeplanung angehen?
Finanzplanung

Familienunter-nehmen — gut gerüstet für die unplanmässige Nachfolgeregelung

Für Familienunternehmen ist die Nachfolgeplanung von besonderer Bedeutung. Ist sie schon bei der planmässigen Regelung anspruchsvoll, so akzentuieren sich die Herausforderungen bei der ausserordentlichen Nachfolgeregelung erst recht. Einerseits ist meist das Hauptvermögen der Familie im Unternehmen gebunden und dieses lässt sich nicht so einfach teilen. Andererseits ist neben den finanziellen Ressourcen die qualifizierte Weiterführung des Unternehmens für dessen Fortbestand ausschlaggebend.

In der Schweiz müs­sen rund 10 % der Unter­neh­men unplan­mäs­sig ihre Nach­fol­ge regeln. Eine Schei­dung, ein uner­war­te­ter Todes­fall oder eine tem­po­rä­re Hand­lungs­un­fä­hig­keit kön­nen ein Fami­li­en­un­ter­neh­men in sei­ner Exis­tenz bedro­hen. Das muss nicht sein – es gibt eini­ges, was Unter­neh­me­rin­nen oder Unter­neh­mer vor­se­hen kön­nen, um ihr Unter­neh­men und damit auch ihre Fami­lie gegen über­ra­schen­de Wen­dun­gen zu schüt­zen.

Die vier Pfeiler des Notfall-Kompasses

Für die Pla­nung der unplan­mäs­si­gen Nach­fol­ge emp­feh­len wir eine detail­lier­te Aus­le­ge­ord­nung. Dazu soll­te man die gesam­te Fami­lie ein­be­zie­hen, um even­tu­el­le künf­ti­ge Unstim­mig­kei­ten zu ver­mei­den. Die fol­gen­den vier Berei­che gehö­ren dazu:

Versicherung bei Tod/Unfall

Eine Ver­si­che­rungs­lö­sung hat unter unter­neh­me­ri­schen Aspek­ten zwei Zie­le: Zum einen gilt sie der Absi­che­rung der Hin­ter­blie­be­nen mit einem Ein­kom­men im Todes­fall des Unter­neh­mers. Zum ande­ren kann die Ver­si­che­rung dazu genutzt wer­den, um einen Stell­ver­tre­ter für die Wei­ter­füh­rung des Unter­neh­mens ein­zu­stel­len und des­sen Lohn zu bezah­len. Vie­le Unter­neh­mer schre­cken die hohen Prä­mi­en für eine Lebens­ver­si­che­rung ab. Doch es gibt güns­ti­ge­re Lösun­gen über eine Risi­ko­ver­si­che­rung, es lohnt sich die­se Mög­lich­keit mit einem Ver­si­che­rungs­be­ra­ter zu prü­fen.

Finanzstruktur als Herausforderung

Inha­ber­ge­führ­te Unter­neh­men ver­fü­gen meist über einen gros­sen Anteil nicht betriebs­not­we­ni­ger Ver­mö­gen. Dies sind etwa nicht aus­ge­schüt­te­te oder zurück­be­hal­te­ne Divi­den­den, Wert­schrif­ten oder Immo­bi­li­en. Sol­che Ver­mö­gen erschwe­ren eine Nach­fol­ge und kön­nen hohe steu­er­li­che Kon­se­quen­zen mit sich zie­hen. Auch eine Über­fi­nan­zie­rung oder ‑kapi­ta­li­sie­rung des Unter­neh­mens oder ein Unter­neh­mer-Dar­le­hen erschwe­ren eine rasche Nach­fol­ge­re­ge­lung. Es lohnt sich, die Finanz­struk­tur in regel­mäs­si­gen Abstän­den zu über­prü­fen und zu über­le­gen,  ob die­se in Bezug auf eine unplan­mäs­si­ge Nach­fol­ge ver­ein­facht wer­den könn­te.

Stellvertreterregelung/Vertrauensperson

Wir emp­feh­len neben dem Stell­ver­tre­ter im Unter­neh­men eine zusätz­li­che Ver­trau­ens­per­son zu bestim­men. Die­se soll­te Zugang haben zu sämt­li­chen betrieb­li­chen Doku­men­ten und ist im Not­fall befugt, grund­le­gen­de, unter­neh­me­ri­sche Ent­schei­dun­gen bis hin zur Unter­neh­mens­schlies­sung zu tref­fen. Even­tu­ell ist es sinn­voll, zwei Ver­trau­ens­per­so­nen zu bestim­men, eine für die betrieb­li­chen Belan­ge und die zwei­te für die pri­va­ten Ange­le­gen­hei­ten.

Zivilrechtliche Grundlagen

In die­sem Bereich kann eine Unter­neh­me­rin oder ein Unter­neh­mer viel Vor­ar­beit leis­ten. Wir emp­feh­len das Auf­set­zen eines Ehe­ver­trags, einer letzt­wil­li­gen Ver­fü­gung und eines Vor­sor­ge­auf­trags. Detail­lier­te Infor­ma­tio­nen zu den zivil- und güter­recht­li­chen Grund­la­gen kön­nen Sie auf Wunsch ger­ne bei uns bezie­hen.

Bei Fra­gen zu die­sem The­ma ste­hen wir Ihnen ger­ne zur Ver­fü­gung.

notablog@rahnbodmer.ch

 


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