Finanzplanung

So können Schenkungssteuern bei der Erbteilung vermieden werden

Die Teilung des Nachlasses ist für die Erben eine grosse Herausforderung. Neben dem Umstand, dass zwischen den Erben Einigkeit über die Zuteilung der Vermögenswerte bestehen muss, bereitet die richtige Bewertung von Liegenschaften in der Praxis regelmässig Schwierigkeiten. Darüber hinaus kommt es öfters vor, dass die Erben den Nachlass anders aufteilen möchten, als es die gesetzliche Regelung oder der Verstorbene vorgesehen hat.

Schenkungen unter Erben können Steuern zur Folge haben

Die Bewer­tungs­schwie­rig­kei­ten sowie die abwei­chen­de Erb­tei­lung kön­nen jedoch zu einer soge­nann­ten Quer­schen­kung füh­ren, die je nach kan­to­na­ler Steu­er­ge­setz­ge­bung eine Schen­kungs­steu­er aus­löst. Unter einer Quer­schen­kung ver­steht man eine unent­gelt­li­che Zuwen­dung unter Leben­den, wel­che durch eine von der gesetz­li­chen Erb­fol­ge bezie­hungs­wei­se von der Ver­fü­gung von Todes wegen abwei­chen­de Erb­tei­lung erfolgt. Oder ein­fa­cher gesagt: Es fin­det eine Schen­kung unter den Erben statt. Zur Ver­an­schau­li­chung einer Quer­schen­kung die­nen die zwei fol­gen­den Bei­spie­le:

Die Liegenschaft wird unter dem Verkehrswert weitergegeben

Eine Mut­ter von drei Kin­dern stirbt und hat kein Tes­ta­ment auf­ge­setzt. Die drei Geschwis­ter sind sich über die Tei­lung des Nach­las­ses ihrer Mut­ter einig: Einer der Erben bekommt die Lie­gen­schaft zum Steu­er­wert von 1.5 Mio. Fran­ken, die bei­den ande­ren erhal­ten Wert­schrif­ten- und Gut­ha­ben von jeweils 1.5 Mio. Fran­ken. Alle sind mit der Erb­tei­lung zufrie­den. Was sie jedoch nicht bedacht haben, ist, dass für die Erb­tei­lung der Ver­kehrs­wert der Lie­gen­schaft mass­ge­bend ist, der im vor­lie­gen­den Bei­spiel bei 2.5 Mio. Fran­ken liegt. Damit haben die Erben eine Quer­schen­kung vor­ge­nom­men. Bei die­ser han­delt sich um eine Schen­kung im Umfang des Dif­fe­renz­be­tra­ges zwi­schen dem Steu­er- und dem Ver­kehrs­wert. Im Kan­ton Zürich führt die­se Erb­tei­lung von Geschwis­ter auf Geschwis­ter über je 500’000 Fran­ken zu einer Schen­kungs­steu­er von ins­ge­samt 135’000 Fran­ken, die der Erbe, der die Lie­gen­schaft erhal­ten hat, zu bezah­len hat.

Die Kinder verzichten vorerst auf ihren Erbteil

Uner­war­tet ver­stirbt ein Vater und hin­ter­lässt eine Ehe­frau sowie zwei voll­jäh­ri­ge Kin­der. Das Nach­lass­ver­mö­gen beträgt ins­ge­samt 4 Mio. Fran­ken und es liegt kein Tes­ta­ment vor. Auf­grund der gesetz­li­chen Rege­lung steht der Mut­ter die Hälf­te und den bei­den Kin­dern je ein Vier­tel am Nach­lass­ver­mö­gen zu. Die bei­den Kin­der sind sich jedoch einig, dass die Mut­ter über den gan­zen Nach­lass frei ver­fü­gen soll und ver­zich­ten vor­erst auf ihren Erb­teil. Die­se Erb­tei­lung hal­ten die Erben in einer kur­zen schrift­li­chen Ver­ein­ba­rung fest. Die­ser Erb­ver­zicht stellt eben­falls eine Quer­schen­kung dar, denn die bei­den Kin­der schen­ken ihrer Mut­ter ihren Erb­teil im Umfang von jeweils 1 Mio. Fran­ken. Im Kan­ton Zürich führt die­se Erb­tei­lung zu einer Schen­kungs­steu­er von total 82’800 Fran­ken, die von der Mut­ter zu beglei­chen ist.

Steuern aus Querschenkungen können vermieden werden

Die­se unge­woll­ten Steu­er­fol­gen hät­ten in bei­den Fäl­len durch eine vor­aus­schau­en­de Pla­nung ver­mie­den wer­den kön­nen. Wir emp­feh­len des­halb, die steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen einer geplan­ten Erb­tei­lung stets zu prü­fen und bei Unklar­hei­ten einen Steu­er­be­ra­ter bei­zu­zie­hen.

Bei Fra­gen zu die­sem The­ma ste­hen wir Ihnen ger­ne zur Ver­fü­gung.

notablog@rahnbodmer.ch


Weitere Beiträge von