Finanzplanung

Steuererklärung 2019 und 2020 — Neuerungen und Tipps

Niemand kommt um das Ausfüllen der Steuererklärung herum. Und es lohnt sich, Vorgaben und Neuerungen zu beachten, um zeitaufwändige Rückfragen zu vermeiden und Ausgaben durchdacht einzuplanen. Nachfolgend publizieren wir eine kleine Auswahl an Informationen, die für die Steuern natürlicher Personen 2019 und der darauffolgenden Jahre im Kanton Zürich gelten.

Zwingend einzureichende Belege fürs Steuerjahr 2019

Das Kan­to­na­le Steu­er­amt for­dert jeweils alter­nie­rend zu bestimm­ten Punk­ten in der Steu­er­erklä­rung zwin­gend die dazu­ge­hö­ri­gen Bele­ge ein. Dazu gehö­ren für die Steu­er­erklä­rung 2019 sämt­li­che Bele­ge für die Unter­halts­bei­trä­ge an den geschie­de­nen oder getrennt leben­den Ehe­gat­ten und die Bei­trä­ge für min­der­jäh­ri­ge Kin­der. Die­se Pflicht gilt bis zum Monat der Voll­jäh­rig­keit. Auch für Ren­ten­leis­tun­gen, wie zum Bei­spiel eine Leib­ren­te, gilt in die­sem Jahr die Ein­rei­chungs­pflicht. Es lohnt sich, alle dies­be­züg­li­chen Bele­ge ein­zu­sen­den, um unnö­ti­ge Rück­fra­gen zu ver­mei­den.

Sind Negativzinsen abzugsfähig?

All­fäl­li­ge Nega­tiv­zin­sen, die von Sei­ten der Ban­ken ver­rech­net wor­den sind, dür­fen nicht als Schuld­zin­sen im Schul­den­ver­zeich­nis abge­zo­gen wer­den. Mög­lich ist aber ein Abzug unter den Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­kos­ten.

Lohnt es sich zinstechnisch, die Steuern frühzeitig zu bezahlen?

Der Kan­ton Zürich ver­zinst Staats- und Gemein­de­steu­ern seit dem 1. Janu­ar 2020 mit 0,25 %, 2019 waren es noch 0,50 %. Ab dem 1. Okto­ber 2020 wird auf dem noch offe­nen Betrag ein Aus­gleichs­zins von 0,25 % zu Las­ten des Steu­er­pflich­ti­gen fäl­lig, wes­halb eine früh­zei­ti­ge Zah­lung von Vor­teil ist.

Anders ist die Situa­ti­on bei den Bun­des­steu­ern: Für vor­zei­tig ent­rich­te­te Bei­trä­ge bezahlt der Bund auch für das Kalen­der­jahr 2020 wei­ter­hin kei­nen Ver­gü­tungs­zins und der Ver­zugs­zins beträgt unver­än­dert 3 %.

Neue Steuerabzüge für Hausbesitzer ab 2020 auf Bundesebene

Per 1. Janu­ar 2020 trat auf Bun­des­ebe­ne eine Neue­rung für Lie­gen­schafts­be­sit­zer in Kraft, wel­che die Ener­gie­ef­fi­zi­enz bei Sanie­run­gen und Neu­bau­ten erhö­hen soll. Auf­wen­dun­gen für ener­ge­ti­sche Sanie­run­gen und Rück­bau­kos­ten kön­nen neu auf maxi­mal drei auf­ein­an­der­fol­gen­de Steu­er­pe­ri­oden umge­wälzt wer­den. Bis­her wur­den sol­che Mass­nah­men nur in einem Steu­er­jahr berück­sich­tigt.

Übrige Unterhaltskosten

Die übri­gen Unter­halts­kos­ten, und dazu gehö­ren auch Reno­va­ti­ons­kos­ten, kön­nen auch zukünf­tig nur in dem Jahr steu­er­lich abge­zo­gen wer­den, indem sie ange­fal­len sind. Die Unter­schei­dung zwi­schen den diver­sen Kos­ten­ar­ten ist nicht immer ganz ein­fach. Hier kann es sinn­voll sein, eine Fach­per­son bei­zu­zie­hen.

Neben den wert­erhal­ten­den Kos­ten für den Unter­halt kön­nen wei­ter­hin die Ver­wal­tung durch Drit­te, die Prä­mi­en für Sach- und Haft­pflicht­ver­si­che­run­gen sowie all­fäl­li­ge Ein­la­gen in den Erneue­rungs­fonds abge­zo­gen wer­den.

Vorausschauende Planung

Zur­zeit sind die oben beschrie­be­nen neu­en Steu­er­ab­zugs­mög­lich­kei­ten für ener­ge­ti­sche Sanie­run­gen und Rück­bau­ten noch nicht in Kraft. Auf­grund des Steu­er­har­mo­ni­sie­rungs­ge­setz ist dies aber nur eine Fra­ge der Zeit und des­halb soll­ten sol­che Auf­wen­dun­gen in den kom­men­den Jah­ren ein­ge­plant wer­den. Bezüg­lich Steu­er­pla­nung ist auch die Debat­te um eine all­fäl­li­ge Abschaf­fung des Eigen­miet­wer­tes und damit ver­bun­de­ne Ände­run­gen inter­es­sant. Wird der Eigen­miet­wert in den kom­men­den Jah­ren tat­säch­lich abge­schafft, so emp­fiehlt sich eine Steu­er­be­ra­tung und eine Steu­er­pla­nung.


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