Finanzplanung

Was haben Hauseigentümer bei einer Abschaffung des Eigenmietwerts zu beachten?

Die Besteue­rung des Eigen­miet­werts stösst in der Bevöl­ke­rung seit jeher auf brei­te Kri­tik. Die Tat­sa­che, dass für Wohn­ei­gen­tum ein fik­ti­ver Miet­zins ver­steu­ert wer­den muss, ist für vie­le unver­ständ­lich.

Abschaffung bis Ende 2021 möglich

Nun ste­hen die Chan­cen gut, dass der Eigen­miet­wert bereits ab dem Jahr 2021 der Ver­gan­gen­heit ange­hö­ren wird. Nach­dem sowohl die stän­de- als auch natio­nal­rät­li­che Kom­mis­si­on die Abschaf­fung des Eigen­miet­werts gut­ge­heis­sen haben, dürf­te das Ver­nehm­las­sungs­ver­fah­ren bereits in den nächs­ten Mona­ten begin­nen. Der wei­te­re par­la­men­ta­ri­sche Pro­zess wird die for­mu­lier­ten Eck­wer­te kon­kre­ti­sie­ren und es wird mit Sicher­heit inhalt­li­che Ände­run­gen geben. Aller­dings soll der Eigen­miet­wert nur für den Haupt­wohn­sitz abge­schafft wer­den, nicht aber für Zweit­woh­nun­gen.

Können Unterhaltskosten weiterhin abgezogen werden?

Zeit­gleich mit der Auf­he­bung des Eigen­miet­werts wären wert­erhal­ten­de Unter­halts­kos­ten nicht mehr abzugs­fä­hig. Es macht des­halb Sinn, sich bereits abzeich­nen­der Reno­va­ti­ons­be­darf am Haupt­wohn­sitz noch in den nächs­ten zwei Jah­ren aus­füh­ren zu las­sen.

Was passiert mit den Schuldzinsen?

Der­zeit ste­hen die bei­den Vari­an­ten im Raum, den Schuld­zin­sen­ab­zug auf 80% oder 100% der Ver­mö­gens­er­trä­ge zu begren­zen. Steu­er­pflich­ti­ge, die bei­spiels­wei­se Wert­pa­pie­re hal­ten und dar­aus Ver­mö­gens­er­trä­ge erzie­len, könn­ten Schuld­zin­sen in der Höhe ihrer Ver­mö­gens­er­trä­ge dem­nach wei­ter­hin in Abzug brin­gen. Mit Abschaf­fung des Eigen­miet­werts zählt die­ser jedoch zukünf­tig nicht mehr zu den Ver­mö­gens­er­trä­gen, wodurch das Risi­ko besteht, dass die tat­säch­lich anfal­len­den Schuld­zin­sen den zuläs­si­gen Schuld­zin­sen­ab­zug über­stei­gen und damit steu­er­lich nicht mehr berück­sich­tigt wer­den.
Eine Aus­nah­me beim Schuld­zin­sen­ab­zug ist für Erst­erwer­ber eines Eigen­heims vor­ge­se­hen. Die­se sol­len wäh­rend fünf bis zehn Jah­ren nach Kauf wei­ter­hin einen höhe­ren Schuld­zin­sen­ab­zug in Abzug brin­gen dür­fen.

Welche Massnahmen sind für Hauseigentümer sinnvoll?

Der aktu­el­le Stand des par­la­men­ta­ri­schen Pro­zes­ses führt zu kei­nem unmit­tel­ba­ren Hand­lungs­be­darf für Haus­ei­gen­tü­mer. Wer einen hohen Ver­schul­dungs­grad bei sei­nem Eigen­heim hat, könn­te auf Grund der kom­men­den Abschaf­fung des Schuld­zin­sen­ab­zugs, eine Amor­ti­sa­ti­on der Hypo­the­ken in Betracht zie­hen. Oder bei der Erneue­rung der Hypo­thek eine fle­xi­ble Vari­an­te prü­fen, um zu gege­be­nem Zeit­punkt auf die neue Gesetz­ge­bung reagie­ren zu kön­nen. Es lohnt sich also sicher, das bevor­ste­hen­de Ver­nehm­las­sungs­ver­fah­ren auf­merk­sam zu ver­fol­gen.


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