Finanzplanung

Vorsorgeauftrag – selbstbestimmt bleiben

Schlaganfall, Demenz oder sogar Alzheimer kann jeden treffen. Eine damit verbundene Urteilsunfähigkeit hat ohne Vorsorgeauftrag weitreichende Konsequenzen – auch für verheiratete oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebenden Paare.

Ein Vor­sor­ge­auf­trag ist ein Instru­ment zur Selbst­be­stim­mung: Die betrof­fe­ne Per­son ent­schei­det selbst, wer sich im Fal­le einer Urteils­un­fä­hig­keit um ihre Anlie­gen küm­mert.

Vertretungsrecht ist nur bedingt wirksam

Vie­le ver­hei­ra­te­te oder in einer Part­ner­schaft leben­de Per­so­nen den­ken, dass sie kei­nen Vor­sor­ge­auf­trag benö­ti­gen. Das ist nur bedingt rich­tig. Das Gesetz sieht bei einer Urteils­un­fä­hig­keit zwar ein Ver­tre­tungs­recht des Ehe­part­ners bzw. des ein­ge­tra­ge­nen Part­ners vor, doch dies ist ein beschränk­tes Recht. Es umfasst nur Hand­lun­gen, die der Deckung des gewöhn­li­chen Unter­halts sowie der ordent­li­chen Ver­wal­tung des Ein­kom­mens und der Ver­mö­gens­wer­te die­nen.

Bereits ein Aktienkauf könnte problematisch sein

Nur was im Gesamt­zu­sam­men­hang des zu ver­wal­ten­den Ver­mö­gens als Hand­lung von rela­tiv gerin­ger Trag­wei­te anzu­se­hen ist, zählt zur ordent­li­chen Ver­wal­tung. Was dar­über hin­aus­geht, gehört zur aus­ser­or­dent­li­chen Ver­wal­tung und bedarf der Zustim­mung der Kin­des- und Erwach­se­nen­schutz­be­hör­de (KESB), womit schnel­le Ent­schei­de nicht mehr mög­lich sind.

Schriftlichkeit ist zwingend

Der Vor­sor­ge­auf­trag regelt die Per­so­nen- und Ver­mö­gens­vor­sor­ge und kann nach Bedarf sehr detail­liert ver­fasst wer­den. Es kön­nen eine oder meh­re­re natür­li­che oder juris­ti­sche Per­so­nen für die Ver­tre­tung beauf­tragt wer­den. Der Vor­sor­ge­auf­trag muss ent­we­der eigen­hän­dig geschrie­ben oder öffent­lich beur­kun­det wer­den. Die­ser kann zum Bei­spiel bei einer Bank depo­niert oder ganz ein­fach zuhau­se auf­be­wahrt wer­den. Wer einen Vor­sor­ge­auf­trag ver­fasst, trifft wich­ti­ge Ent­schei­dun­gen für die Zukunft und erleich­tert sei­nem Umfeld den Umgang mit einer ohne­hin sehr anspruchs­vol­len Situa­ti­on.

Haben Sie Fra­gen zum The­ma Vor­sor­ge­auf­trag? Ihr Kun­den­be­ra­ter­team von Rahn+Bodmer Co. unter­stützt Sie ger­ne.

notablog@rahnbodmer.ch


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