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Steuerliche Konsequenzen der Erbschaftssteuer-initiative bei Rückschenkungen

Ende 2011 war klar, dass es eine Abstimmung für eine nationale Erbschaftssteuer geben würde. Die Angst vor dieser Steuer hat viele Menschen dazu bewogen, ihr Eigentum, seien das Liegenschaften oder Wertschriftenvermögen, vor der Abstimmung auf ihre Nachkommen bzw. Verwandten zu übertragen.

Rückschenkungen werden in den meisten Kantonen besteuert

2015 hat die Erb­schafts­steu­er­initia­ti­ve eine Nie­der­la­ge erlit­ten und seit­her über­le­gen sich vie­le Schen­ker, die dama­li­gen Schen­kun­gen wie­der rück­gän­gig zu machen. Ins­be­son­de­re bei Eltern herrscht der Irr­glau­be, auch eine Rück­schen­kung sei steu­er­be­freit, da dies bei der dama­li­gen Zuwen­dung so war. Dabei wird oft ver­ges­sen, dass die­se Hand­lung wie­der­um eine Schen­kung dar­stellt. Aber wäh­rend Schen­kun­gen an direk­te Nach­kom­men prak­tisch schweiz­weit steu­er­be­freit sind, wer­den Schen­kun­gen von Kin­dern an ihre Eltern in den meis­ten Kan­to­nen besteu­ert.

Unterschiedliche Regelungen je nach Kanton

Die Kan­to­ne Schwyz und Luzern ken­nen gene­rell kei­ne Schen­kungs­steu­er. In ande­ren Kan­to­nen wie z.B. Aar­gau, Genf oder Basel-Land wird expli­zit für Schen­kun­gen an die Eltern kei­ne Steu­er erho­ben, je nach Kan­ton gilt es dies abzu­klä­ren. Für eine all­fäl­li­ge Schen­kungs­steu­er ist der Wohn­sitz des Schen­kers bzw. bei Lie­gen­schaf­ten der Stand­ort mass­ge­bend.

Rechtliche Situation im Kanton Zürich

Der Kan­ton Zürich besteu­ert eine Schen­kung an die Eltern mit 2 bis 6%, wobei ein Frei­be­trag von CHF 200‘000.- gewährt wird. Falls z.B. eine Lie­gen­schaft an bei­de Eltern­tei­le zurück­ge­ge­ben wür­de, wäre der Betrag von CHF 400‘000.- steu­er­frei. Die­se Frei­gren­ze reicht jedoch in den sel­tens­ten Fäl­len aus und wird ein­ma­lig gewährt.

Eine Steuererklärung ist zwingend

Es gibt Fäl­le, in denen bereits eine Rück­schen­kung von Wert­schrif­ten­ver­mö­gen erfolgt ist, aber — obwohl zwin­gend — kei­ne Steu­er­erklä­rung für die Schen­kungs­steu­er erstellt wur­de. Sobald aber die ordent­li­chen Steu­er­erklä­run­gen bei­der Par­tei­en ein­ge­reicht wor­den sind, wird die Steu­er­be­hör­de die unge­wöhn­li­che Ver­mö­gens­ent­wick­lung ent­de­cken und damit für unan­ge­neh­me Über­ra­schun­gen sor­gen. Da die Rück­schen­kung einer Lie­gen­schaft eine Mel­dung des Grund­buch­am­tes an die Steu­er­be­hör­de zur Fol­ge hat, gibt es auch in die­sem Fall kein «Ent­rin­nen».

Falls Schen­ker oder Beschenk­te im Aus­land ansäs­sig sind, erge­ben sich zusätz­li­che Steu­er­fra­gen, wes­halb wir eine Bera­tung durch ent­spre­chen­de Spe­zia­lis­ten emp­feh­len.

 

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