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Luxus­gü­ter­aktien haben eine glänzende Zukunft

Von: Martin Betschart

Der Markt für Luxus­güter und ‑dienst­leis­tungen ist über USD 1’000 Mrd. schwer. Hierzu­lande ist besonders das Geschäft mit «harten» Luxus­gütern wie Uhren und Schmuck wichtig. Die Schweiz ist der weltgrösste Uhren­ex­porteur. Vor allem im Bereich hochprei­siger Zeitmesser führt kein Weg an der Schweizer Uhrma­cher­kunst vorbei. Weniger präsent, aber nicht minder lukrativ ist das Schmuckgeschäft.

Der Markt für persön­liche Luxus­güter ist ein Wachs­tums­markt. Die Treiber dafür sind: steigender Wohlstand (v.a. in den Schwel­len­ländern) und eine junge und marken­affine Käufer­schaft. Besonders offen­sichtlich ist dies in China. Hier ist bereits die Hälfte der Luxus­gü­ter­kon­su­men­tinnen und ‑konsu­menten keine 33 Jahre alt, trotzdem sind sie bereits für 46 % des Konsums verant­wortlich. Es ist davon auszu­gehen, dass die verfüg­baren Einkommen der jüngeren Konsu­menten und damit ihre Ausgaben für Luxus­güter in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen werden.

Regionale Unter­schiede

In diesem Jahr entwi­ckeln sich die Umsätze der Branche regional sehr unter­schiedlich. China mit einem Markt­anteil von knapp einem Viertel leidet unter den covid­be­dingten Lockdowns und einem schwä­chelnden Immobi­li­en­markt. In Europa und den USA erholt sich die Nachfrage von der schwachen, covid­be­dingten Vorjah­res­basis. Aller­dings wird die Dynamik im Westen vom sinkenden Konsu­men­ten­ver­trauen und dem schwä­cheren Makrobild gedämpft. Wegen des Ukraine-Krieges bzw. den Sanktionen sind ausserdem die russi­schen Luxus­gü­ter­kon­su­men­tinnen praktisch vom Weltmarkt abgeschnitten. Diesen Effekt kann die Branche jedoch problemlos wegstecken. Die Käufe russi­scher Staats­bürger im In- und Ausland schätzen wir auf weniger als USD 10 Mrd. pro Jahr.

Komfor­table Lage für Uhrenmanufakturen

Auch mit den steigenden Kosten für Materialien oder Personal kann die Branche gut umgehen. Die Käufer von Luxus­schmuck und ‑uhren sind wenig preis­sen­sitiv. Die durch­ge­führten und geplanten Preis­er­hö­hungen haben kaum Einfluss auf das Verkaufs­vo­lumen. Oftmals übersteigt die Nachfrage das Angebot, besonders extrem ist dies bei den beiden Schweizer Uhren­ma­nu­fak­turen Patek Philippe und Rolex: Poten­zielle Käufer müssen für gefragte Modelle mehrere Jahre warten. In den letzten Monaten haben sich auch die Warte­zeiten bei anderen Uhren­marken verlängert. Wieviel davon auf Marketing bzw. künst­licher Verknappung und was auf einer zu geringen Produk­ti­ons­ka­pa­zität basiert, lässt sich nicht beurteilen. Fakt ist, dass die wertmäs­sigen Verkäufe hochprei­siger Uhren (mehr als CHF 3’000) in den letzten Jahren gestiegen sind, während die günsti­geren Preis­seg­mente weniger gefragt waren (vgl. Grafik Uhren­ex­porte). Die teuersten Zeitmesser haben das Vor-Corona-Niveau im Jahr 2021 bereits deutlich übertroffen, sowohl wertmässig als auch stückmässig.

Die Luxus­gü­ter­kon­zerne setzen in den letzten Jahren stark auf eigene Läden. Damit kontrol­lieren sie den Vertrieb und die Verkaufs­preise besser. Zudem sind sie näher bei den Kunden. Ein weiterer Trend ist der Online­handel für Luxus­güter. Die Online­ver­käufe im Luxus­gü­ter­markt wachsen stärker als der stationäre Markt. Der Anteil am Branchen­umsatz lag im Jahr 2021 bei rund 22 %, zu dieser Entwicklung hat sicherlich auch Corona beigetragen. Mit der immer jüngeren Käufer­schaft ist aber ein weiterhin steigender Anteil zu erwarten.

Anleger­per­spektive

Luxus­gü­ter­un­ter­nehmen mit starken Marken sind Quali­täts­un­ter­nehmen. Die grössten kotierten Konzerne haben starke Bilanzen und erzielen hohe Margen. Aus Anleger­sicht sind im aktuellen Umfeld diver­si­fi­zierte Unter­nehmen mit verschie­denen Segmenten (z.B. Uhren und Schmuck), breiter geogra­fi­scher Ausrichtung und hochprei­sigen Produkten zu bevor­zugen. Langfristig spricht einiges für ein Engagement in Luxus­gü­ter­aktien. Derzeit müssen Anleger aber eine hohe Risiko­be­reit­schaft mitbringen, da sich auch die soliden Luxus­gü­ter­kon­zerne dem schwie­ri­geren Makro­umfeld nicht entziehen können.

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