In eigener Sache

Cyber Security wirksam umsetzen: Fokus Mensch und Kultur

Cyber­kri­mi­na­lität ist kein neues Phänomen. Neu sind vor allem Geschwin­digkeit, Reich­weite und Profes­sio­na­lität. Was früher Betrug, Diebstahl oder Erpressung in der realen Welt war, findet heute zunehmend digital statt. Die Digita­li­sierung erleichtert krimi­nelle Handlungen, beschleunigt sie und macht sie skalierbar. Genutzt werden dabei normale, legitime Techno­logien wie E‑Mail, Telefonie, WLAN-Netzwerke, Online­platt­formen, Software­lö­sungen und zunehmend auch künst­liche Intel­ligenz. Hinter vielen Angriffen stehen profes­sionell organi­sierte, kommer­ziell ausge­richtete krimi­nelle Netzwerke.

Der aktuelle Halbjah­res­be­richt 2025/I des Bundesamts für Cyber­si­cherheit (BACS), der zentralen natio­nalen Melde­stelle für Cyber­vor­fälle in der Schweiz, unter­streicht diese Entwicklung. Im ersten Halbjahr 2025 wurden über 35’000 Cyber­vor­fälle gemeldet, mehr als die Hälfte davon Betrugs­fälle. Die Mehrheit der Angriffe beginnt nicht mit einem techni­schen Hack, sondern mit der gezielten Manipu­lation von Menschen.

Für uns als Bank bedeutet das: Der wirksamste Schutz entsteht dort, wo Technik, Prozesse und mensch­liches Verhalten zusam­men­spielen. Cyber­si­cherheit ist keine rein technische Disziplin, sondern eine Frage der Aufmerk­samkeit, der Verant­wortung und der gelebten Sicher­heits­kultur. Bei unseren Mitar­bei­tenden ebenso wie bei unseren Kundinnen und Kunden.

Cyber-Bedro­hungen: Social Engineering im Zentrum

Phishing, betrü­ge­rische Kontakt­auf­nahmen und Social Engineering sind seit Jahren die dominie­renden Angriffs­formen. Cyber­kri­mi­nelle geben sich als vertrau­ens­würdige Absender aus, erzeugen Zeitdruck oder spielen mit Emotionen, um Menschen zu unüber­legten Handlungen zu bewegen. Ziel ist fast immer dasselbe: Zugangs­daten, Zahlungen oder vertrau­liche Infor­ma­tionen als Basis für Erpressungsversuche.

Diese Angriffe sind oft täuschend echt, technisch simpel und gerade deshalb so erfolg­reich. Sie umgehen klassische Schutz­me­cha­nismen und setzen direkt beim Menschen an. Entscheidend ist deshalb nicht techni­sches Spezi­al­wissen, sondern Aufmerk­samkeit, Skepsis und klare Verhaltensregeln.

Schutz der Bank: Sicherheit als konti­nu­ier­licher Prozess

Zum Schutz unserer Bank setzen wir auf eine robuste, mehrstufige Sicher­heits­ar­chi­tektur. Dazu gehören moderne technische Schutz­mass­nahmen, laufende System­ak­tua­li­sie­rungen, regel­mässige Sicher­heits­über­prü­fungen sowie externe Tests. Ergänzt wird dies durch klare Prozesse für den Umgang mit Vorfällen und Verdachtsmomenten.

Mindestens ebenso wichtig ist jedoch die organi­sa­to­rische und kultu­relle Veran­kerung der Cyber­si­cherheit. Sicherheit wird bei uns nicht delegiert, sondern aktiv gelebt. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, Schäden zu verhindern und den Geschäfts­be­trieb auch im Ereig­nisfall stabil aufrechtzuerhalten.

Mitar­bei­tende: Aufmerk­samkeit als stärkste Verteidigung

Unsere Mitar­bei­tenden sind ein zentraler Erfolgs­faktor in der Cyber­abwehr. Durch gezielte Sensi­bi­li­sierung und regel­mässige Schulungen stärken wir das Bewusstsein für aktuelle Betrugs­ma­schen, Social-Engineering-Methoden und den sicheren Umgang mit digitalen Werkzeugen.

Verdächtige E‑Mails, ungewöhn­liche Anfragen oder Unsicher­heiten werden konse­quent gemeldet und geprüft. Diese Kultur der Aufmerk­samkeit trägt wesentlich dazu bei, Risiken frühzeitig zu erkennen und Schäden zu vermeiden. Cyber­si­cherheit ist Teil des Arbeits­alltags – pragma­tisch, verständlich und ohne unnötige Komplexität.

Sichere Kanäle für unsere Kundinnen und Kunden

Der Schutz unserer Kundinnen und Kunden hat für uns höchste Priorität. Unser e‑Banking mit Mehrfaktor-Authen­ti­sierung bietet einen sicheren Kommu­ni­ka­tions- und Trans­ak­ti­ons­kanal. Für sensible und trans­ak­tionale Anliegen setzen wir klare Identi­fi­ka­tions- und Rückruf­pro­zesse ein.

Dank der engen persön­lichen Kunden­be­ziehung erkennen wir ungewöhn­liche Situa­tionen rasch und können frühzeitig reagieren. Sicherheit entsteht hier durch Technik, Prozesse und gegen­sei­tiges Vertrauen.

Empfeh­lungen für Kundinnen und Kunden

Viele Cyber­an­griffe lassen sich mit einfachen und dennoch wirksamen Schutz­mass­nahmen verhindern:

  • Starke und einzig­artige Passwörter für jeden Dienst verwenden
  • Einen Passwort­ma­nager einsetzen
  • Multi­faktor-Authen­ti­sierung aktivieren, wo immer möglich
  • Software auf Mobil­ge­räten und Computern regel­mässig aktua­li­sieren und nur aus offizi­ellen Quellen installieren
  • Etablierte Antivirus- oder Internet-Security-Lösungen einsetzen

Banken und seriöse Unter­nehmen fordern zudem niemals per E‑Mail, SMS oder Telefon vertrau­liche Daten oder Zugangs­codes an.

Cyber­si­cherheit beginnt beim Menschen. Aufmerk­samkeit, einfache Schutz­mass­nahmen und infor­miert zu bleiben machen den entschei­denden Unterschied.

Nützliche Links:

Aktuelle Infor­ma­tionen, Warnungen und Prävention finden sich unter anderem unter:

Bei Fragen zu diesem Thema stehen Ihnen unsere Kunden­be­ra­te­rinnen und Kunden­be­rater gerne zur Verfügung.

Bei Anregungen zum Notablog wenden Sie sich bitte an notablog@rahnbodmer.ch.

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