Wenn die eigenen Kinder eines Tages Verantwortung für grosse Vermögenswerte übernehmen sollen, stellen sich viele Eltern zentrale Fragen: Wie gelingt der Einstieg? Wann ist der richtige Zeitpunkt? Und wie können wir sie darauf vorbereiten, ohne ihre persönliche Entwicklung zu belasten?
«Ich möchte mein Kind und dessen Entwicklung nicht mit Geld belasten. Gleichzeitig weiss ich, dass es irgendwann mit dem Familienvermögen konfrontiert sein wird, da dieses substanziell ist. Wie führe ich es behutsam an diese Verantwortung heran?»
Diese Frage hören wir oft. Sie steht stellvertretend für eine Herausforderung, die viele sehr vermögende Familien betrifft. Ob bewusst geplant oder unausgesprochen verdrängt. Früher oder später wird sich die nächste Generation mit dem Familienvermögen auseinandersetzen müssen. Spätestens im Rahmen von Schenkungen oder beim Erbgang stellt sich dann die Frage, wie gut die Nachkommen auf diese Verantwortung vorbereitet sind.
Ein unausweichliches Thema, das oft vertagt wird
Viele Eltern verbinden das Familienvermögen nicht nur mit Positivem. Im Zusammenhang mit der Weitergabe an die nächste Generation entstehen häufig Unsicherheiten:
- Was, wenn mein Kind noch nicht bereit ist?
- Was, wenn Wissen über das Vermögen Erwartungen weckt oder den Lebensweg beeinflusst?
- Wie lange ist Kontrolle nötig und wann ist es richtig, Vertrauen zu schenken?
Über Geld spricht man nicht. Dieser Satz gilt auch innerhalb vieler Familien. Doch genau hier liegt der Schlüssel. Schweigen schützt nicht, sondern verschiebt die Auseinandersetzung lediglich in die Zukunft. Oft dann in einer Phase, in der Entscheidungen rasch getroffen werden müssen.
Was Eltern bewegt
Eltern wünschen sich, dass sich ihre Kinder zu eigenständigen, verantwortungsvollen Menschen entwickeln und privat wie beruflich ein erfülltes Leben führen. Gleichzeitig hoffen viele, dass die eigenen Werte im Umgang mit Vermögen weitergetragen werden.
Die Entwicklung vom vollständigen Behalten der Kontrolle hin zur schrittweisen Übergabe von Verantwortung ist ein sensibler Prozess. Er ist geprägt von Vertrauen, aber auch von der Sorge, ob es «gut herauskommt». Wie dieser Weg konkret aussieht, unterscheidet sich von Familie zu Familie. Familientraditionen, Erfahrungen und interne Dynamiken spielen dabei eine zentrale Rolle.
Alles beginnt mit einem Gespräch
Viele Eltern sind erleichtert, wenn das Thema proaktiv angesprochen wird. Sie spüren, dass es relevant ist, wissen aber oft nicht, wie und wann sie beginnen sollen. Deshalb startet der Prozess bei uns stets mit einem Elterngespräch.
Dabei klären wir gemeinsam, welche Wünsche, Hoffnungen und Sorgen im Vordergrund stehen. Ebenso betrachten wir, wo die Kinder in Bezug auf Finanzwissen und Umgang mit Geld stehen. Oft geht es zunächst darum, einen klaren Rahmen zu definieren. Was bleibt Familiensache, welche Rolle kann eine externe Partnerin übernehmen?
Erst wenn die Eltern bereit sind und den nächsten Schritt bewusst wählen, wird die nächste Generation einbezogen. Frühzeitig, behutsam und mit einer klaren Struktur. Denn ein offener Dialog schafft Transparenz, baut Vertrauen auf und legt den Grundstein für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Familienvermögen.
Lesen Sie im nächsten Beitrag am 28. Januar 2026, wie wir Sie bei dem Thema unterstützen können.
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